Geschichte trifft Leidenschaft: Francis Velten über die WEINSBERG DNA

21. Mai 2021 – Aktuelles, Fahrzeuge – 4 Min. Lesezeit

Kaum einer kennt WEINSBERG so gut wie er: Francis Velten ist seit fast 30 Jahren Teil des Mutterkonzerns Knaus Tabbert AG – und damit länger als die Marke WEINSBERG selbst. Im Interview verrät uns der Experte, was WEINSBERG so besonders macht. Und warum er selbst ein großer Fan eines ganz speziellen Modells ist.

WEINSBERG: Francis, vielen Dank, dass Du Dir wieder Zeit für ein Interview mit dem CaraBlog genommen hast. Vor knapp zwei Jahren trafen wir uns auf dem Caravan Salon, um über den 50. Geburtstag der CUV zu sprechen. Heute wollen wir den Blick mal etwas weiter fassen und erfahren, was die Marke WEINSBERG so einzigartig macht. Bevor wir historisch werden, möchten wir Dich unseren Leserinnen und Lesern aber gerne vorstellen.

Francis Velten: Ich bedanke mich auch sehr herzlich, dass Ihr erneut auf meinen Erfahrungsschatz zurückgreift und hoffe, dass ich euch ein paar spannende Einblicke in die Welt von WEINSBERG geben kann.

Ich selbst bin mittlerweile seit 28 Jahren im Unternehmen, der Knaus Tabbert AG, tätig. Als Area Manager betreue ich dort alle unsere Kernmarken in den Ländern Frankreich und Großbritannien. WEINSBERG spielt dabei natürlich eine große Rolle und hat in den letzten Jahren mit Bestsellern wie dem CaraCompact EDITION [PEPPER] oder dem CaraBus ganz schön viel Aufsehen erregt.

Dabei hat WEINSBERG eine lange Reise hinter sich. Die Marke an sich ist zwar jung – aber die Geschichte dahinter ganz schön spannend, oder?

Ganz genau. Im Grunde ist die Marke WEINSBERG durch die Zeit gereist. Die Wenigsten wissen, dass WEINSBERG schon über hundert Jahre alt ist. Angefangen hat alles als „Weinsberger Karosseriewerk“ im schwäbischen Örtchen Weinsberg. Dort entstanden Autoteile für BMW, Mercedes oder Opel. Später ging das Werk an Fiat – der Ortsname wurde schließlich zum Markennamen.

Die Verbindung mit Fiat existiert bis heute?

Nicht direkt natürlich. WEINSBERG gehört mittlerweile zur Knaus Tabbert AG. Viele unserer Basisfahrzeuge aber sind von Fiat. Und schon Ende der Sechziger baute man bei WEINSBERG ein CUV auf Basis des Fiat 328, dem Vorfahren des bis heute millionenfach gebauten Ducato. Fiat und WEINSBERG verbindet deshalb vor allem die Tradition und der gemeinsame Entdeckergeist.

Auf Basis des Ducato hat man bei WEINSBERG dann schließlich auch begonnen, teilintegrierte Wohnmobile zu bauen. Damals waren vor allem die Alkoven sehr beliebt. Und bei WEINSBERG war man kreativ, hat zum Beispiel ein Wohnmobil mit Allradantrieb entwickelt. Innovation war schon immer Teil der Marke!

Wann kam WEINSBERG zur Knaus Tabbert AG?

Das war Anfang der Neunziger. Wobei man dazusagen muss, dass es die Knaus Tabbert AG – so, wie wir sie heute kennen – damals noch nicht gab. Aber die Pfeiler des Konzerns bildeten sich langsam heraus – und WEINSBERG war ein wichtiger Teil davon. Wir haben die Marke breiter aufgestellt, die Modellpalette überarbeitet und damit die Basis geschaffen für den Erfolg, den WEINSBERG heute hat.

Was hat WEINSBERG so besonders gemacht?

WEINSBERG war schon immer ein Pionier in der Branche. Ob das erste CUV oder viele andere Innovationen: Wir haben von Anfang an darauf geachtet, Praxisnutzen und gute Angebote zu kombinieren. Moderne Ideen, hohe Funktionalität und bezahlbare Preise liegen quasi in unseren Genen. Und die geben wir jedem neuen Modell mit auf die Reise.

Das trifft vor allem auf die CUV zu, ein Fahrzeugsegment, das wir wie keine andere Marke geprägt haben. Vom ersten Kastenwagen bis zum heutigen CaraBus war ein weiter Weg. Aber einer, den wir mit viel Leidenschaft gegangen sind. Vielleicht sind wir Spezialisten auf dem Gebiet, aber unser Know-how und unsere Kompetenz fließen natürlich auch in die anderen Modelle und Wohnwagen ein. Und gerade beim [PEPPER] sieht man, wie gut unsere DNA beim Kunden ankommt.

Wie zeigt sich die WEINSBERG DNA denn bei Wohnmobilen und Wohnwagen?

Im Grunde greifen wir hier auf unsere Erfahrung aus dem CUV-Bau zurück. Je kompakter das Fahrzeug, desto größer ist die Herausforderung, einen komfortablen Grundriss zu entwickeln. Bei Reisemobilen und Wohnwagen haben wir meistens etwas mehr Spielraum. Deshalb können wir hier aus dem Vollen schöpfen und neben den vielen Ideen aus dem CUV-Bau auch neue Konzepte und Möglichkeiten ausprobieren. Unser Fokus bleibt dabei aber immer der Gleiche: Ein echter WEINSBERG muss ein treuer Urlaubsbegleiter sein, der nicht nur gut aussieht, sondern auch in der Praxis perfekt funktioniert.

Wenn ich heute für mich oder für meine Familie einen WEINSBERG kaufe, egal ob CUV, Wohnmobil oder Wohnwagen, dann weiß ich: Hier krieg ich was für mein Geld. Und ich kann mich darauf verlassen, dass mir dieses Fahrzeug im Urlaub viel Freude machen wird. Weil die Menschen, die es gebaut haben, verstehen, was sie da tun.

Viele meiner Kolleginnen und Kollegen sind selbst überzeugte Camperinnen und Camper. Da trifft dann die Erfahrung aus vielen Jahrzehnten Firmengeschichte auf Leidenschaft und Überzeugung. Und das ist dann genau die WEINSBERG DNA, von der ich gerade gesprochen habe. Wir können gar nicht anders, als diese in jedes unserer Fahrzeuge einzubringen. (lacht)

Welcher WEINSBERG ist denn Dein Favorit?

Das darf ich jetzt wahrscheinlich gar nicht so direkt sagen, aber vielleicht hat man’s ja schon rausgehört: Ich bin absoluter CUV-Fan. Das ist für mich – persönlich und auch allgemein – der Ursprung des Campings. Ein kompaktes Fahrzeug, das alles an Bord hat, was ich unterwegs brauche. Wenn Du es noch genauer wissen willst: Der CaraBus 600 K hat es mir angetan. Durch den Grundriss ist er ein Universalgenie für Urlaub und Alltag.

Und jetzt sag ich Dir noch etwas: Ich gehe in 6 Monaten in den Ruhestand. 40 Jahre lang hatte ich tolle Geschäftswagen. Aber jetzt wird es wiedermal Zeit für ein eigenes Fahrzeug. Natürlich eins von WEINSBERG. Und natürlich eines mit Schiebetür. Und dann bin ich erstmal unterwegs, grüß‘ euch aus dem Rückspiegel und freu mich, meinen Urlaub in einem kleinen Stückchen Campinggeschichte zu genießen.

Das klingt herrlich, Francis. Wir wünschen Dir schöne 6 Monate bis zu Deinem Abschied. Und natürlich schon heute allzeit gute Fahrt im CaraBus!