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Zurück in die CUVkunft: 50 Jahre CUV bei WEINSBERG
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Zurück in die CUVkunft: 50 Jahre CUV bei WEINSBERG

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WEINSBERG feiert 50 Jahre CUV. Zur Feier des Anlasses sprechen wir über die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft einer Fahrzeuggattung, die damals wie heute Camper begeistert. Die passenden Gesprächspartner dafür haben wir auf dem Caravan Salon in Düsseldorf gefunden.

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37 Jahre liegen zwischen den beiden: Francis Velten, unser 66 Jahre junger Areamanager und WEINBSERG-Urgestein, trifft zum Messe-Interview auf Max Recke. Der ist Ende zwanzig und seit 2015 im Marketing-Team, mittlerweile als stellvertretender Marketingleiter. Zwar trennen beide fast vier Jahrzehnte – aber sie eint die Begeisterung für WEINSBERG CUV. Wenn das nicht das perfekte Duo für ein Gespräch über das große Jubiläum ist.

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WEINSBERG: Hallo Francis, hallo Max, schön, dass ihr euch Zeit nehmen konntet. Wir würden gerne die letzten 50 Jahre CUV-Geschichte bei WEINSBERG Revue passieren lassen. Und herausfinden, was heute die Begeisterung CUV ausmacht.

Was war denn die ursprüngliche Idee hinter den CUV, damals, Ende der Sechziger?

Francis: Die Deutschen sind ja schon immer gerne verreist, aber mit dem PKW war das damals noch sehr schwierig. Es war zu eng, zu wenig Platz für’s Gepäck und schlafen konnte man in so nem VW Käfer auch nicht. Deshalb haben dann vor allem die Karosseriebauer angefangen, Konzepte zu entwickeln, die das autarke Reisen möglich machen sollten. WEINBSERG, damals noch bekannt als “Karosseriewerke Weinsberg”, gehörte mit zu den ersten, die die Ideen in die Tat umsetzten.

Max: Es gab damals natürlich schon ein paar Wohnwagen-Firmen. Aber einen Kastenwagen auszubauen, das war etwas für gute Karosseriebauer, für Spezialisten wie WEINSBERG. Da gab es damals schon Qualitätsunterschiede.

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WEINSBERG: Was hat WEINSBERG damals anders gemacht? Woher kam das Know-how in diesem Bereich?

Francis: WEINSBERG hatte damals unter anderem als Forscher und Entwickler für die Automobilindustrie gearbeitet. Viele spezielle Karosserieteile wurden dort gefertigt, für PKW, für Cabrios und so weiter. Später kam dann eine eigene Abteilung für Einsatzfahrzeuge, also Krankenwagen oder Feuerwehrautos. Daraus entwickelten sich dann sehr schnell die ersten Freizeitfahrzeuge, in Form des ausgebauten Kastenwagens. Das Know-how ist also quasi in die Wiege gelegt – handwerklich und konzeptionell.

WEINSBERG: Welche Ideen von damals haben sich denn bis heute in den CUV gehalten?

Max: Im Grunde alles, was die Größe des Fahrzeugs angeht. Damals wie heute sind Kompaktheit, Wendigkeit und Fahrdynamik wichtige Kriterien für ein CUV. Und natürlich ein gutes Level an Autarkie.

Francis: Gerade in dem Bereich hat sich viel getan. Früher gab es ein Bett und vielleicht einen Kocher. Heute ist jedes WEINSBERG CUV ein vollwertiges Reisemobil in einer praktischen, alltagstauglichen Bauform.

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WEINSBERG: Gibt es etwas, das ihr euch von den alten CUV zurück wünschen würdet?

Max: Außer dem Flair, mit einem Oldtimer durch die Gegend zu cruisen, fällt mir nicht viel ein. Und vielleicht die Einfachheit in manchen Lösungen. Damals gab es ein Problem: Es gab kein kompaktes, autarkes, bezahlbares Reisemobil. Das CUV war eine ganz einfache, aber umso genialere Lösung dafür. Diesen Pragmatismus bewundere ich schon.

Francis: Heute wird jeder Kubikzentimeter genau studiert und berechnet, um das Maximum an Nutzfläche- und Volumen aus dem Aufbau herauszuholen. Früher war das viel einfacher: Hier ein Schrank, da ein Bett, fertig. Effizienter sind da natürlich die modernen Modelle.

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WEINSBERG: Abgesehen von der besseren Raumnutzung, welche Vorteile hat WEINSBERG noch aus den 50 Jahren Erfahrung im CUV-Bau?

Francis: Wir waren zum Beispiel die ersten, die das Thema Isolation genau unter die Lupe genommen haben. Wie schaffen wir eine vernünftige Abdichtung und gleichzeitig ein angenehmes Raumklima? In diesem Bereich arbeiten wir seit Jahrzehnten und sind heute noch immer Spitze am Markt, mit exzellent isolierten Fahrzeugen.

Max: Dazu kommen dann weitere technische Aspekte, wie die Verlegung von Leitungen oder Rohren. Da wissen wir heute ganz genau, wie wir das effizient machen müssen, um Gewicht und Material zu sparen.

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WEINSBERG: Sind dieses Know-how und die Detail-Lösungen auch das, was WEINSBERG heute noch so besonders macht?

Francis: Im Grunde geht es bei uns darum: Wir kaufen ein Basisfahrzeug beim Hersteller, in der Regel bei Fiat. Dieses Fahrzeug bearbeiten wir dann weiter, bis es ein vollwertiges Campingfahrzeug ist, ein CUV. Dabei sprechen wir gar nicht mehr einfach nur von Ausbau, sondern tatsächlich von einer Weiterentwicklung. Es gibt so viele elektronische und mechanische Schnittstellen zum Basisfahrzeug, an die wir anknüpfen, die wir überarbeiten und verbessern. Und das machen wir schon seit vielen, vielen Jahren so.

Im Grunde liegt uns das also mittlerweile in den Genen. Jedes neue Modell ist eine Weiterentwicklung des alten. Und so geht das von Produktfamilie zu Produktfamilie. Immer optimieren, immer verbessern, immer moderner werden.

Max: Dazu haben wir die ganze Marke vor einigen Jahren neu ausgerichtet. Heute ist es unser Ziel, ein wirklich gutes Produkt zu einem bezahlbaren Preis auf den Markt zu bringen. Ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis ist sozusagen einer der wichtigsten Faktoren für WEINSBERG.

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WEINSBERG: In den letzen Jahren ist das CUV in der Beliebtheit der Kunden auf neue Rekordwerte gestiegen. Woher kommt die Wiederentdeckung?

Max: Die ganze Branche boomt gerade und profitiert dadurch auch von einem modernerem Image. Der Trend geht immer weiter in Richtung Individualurlaub. Es geht heute darum, schnell von A nach B zu kommen und immer möglichst flexibel zu sein. Ein kompakter Camper wie ein CUV ist da natürlich genau das richtige Fahrzeug. Außerdem ist es auch mit einem normalen PKW-Führerschein problemlos zu fahren, weil es kaum breiter ist, als ein Mittelklasse-Auto. Ein großes Wohnmobil dagegen wirkt ganz anders auf junge Kunden. Der Respekt davor, mit so einem Schiff in den Urlaub zu fahren, ist viel größer, als bei einem „kleinen“ CUV.

WEINSBERG: Welche Entwicklungen im CUV-Bereich wird es denn in Zukunft geben?

Max: Wir haben mittlerweile viele Allrounder im Sortiment. In Zukunft werden wir uns aber noch mehr in Nischenlösungen hineindenken, in Fahrzeuge für ganz spezielle Anwendungen. Mit dem CaraBus/CaraTour [OUTLAW] haben wir ja ein solches Fahrzeug gerade erst vorgestellt. Eines, mit dem man authentisch Hobby und Reisen verbinden kann.

Francis: Und trotzdem ist auch der [OUTLAW] ein sehr flexibles Fahrzeug. Wir haben es konzipiert als Transporter für Motorräder oder Fahrräder. Aber die riesige Heckgarage lässt auch noch ganz andere Lösungen zu, ganz andere Sportgeräte oder anderes Equipment. Fahren, schlafen, Platz haben. Das ist immer die Basis für Lösungen, an die wir vielleicht heute noch gar nicht denken.

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WEINSBERG: Versuchen wir doch mal an die Zukunft zu denken. Wie sieht das WEINSBERG CUV in 50 Jahren aus?

Max: (lacht.) Vier Räder! Nein, im Ernst: Ich denke, wir werden dann immer noch gute Lösungen für den Markt der Zukunft präsentieren. Mit noch mehr Autarkie, etwa durch das 48 Volt-Bordnetz, das wir aktuell zusammen mit BOSCH Engineering entwickeln. Und unsere Autos werden immer noch Orange sein.

Francis: (lacht) Grün aber auch! Wenn ich an die E-Antriebe denke, ist auch das CUV wieder das perfekte Fahrzeug, weil es verhältnismäßig leicht und kompakt ist. Und für unsere Kunden geht es immer weiter zurück in die Natur. Da ist ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen und ein schadstoffarmes Fahrzeug natürlich genau das Richtige!

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WEINSBERG: Es bleibt also spannend! Wir sagen vielen Dank für das Interview und freuen uns schon auf die nächsten 50 Jahre WEINSBERG CUV!

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