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Traumroute: Unser Roadtrip durch Norwegen #1
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Traumroute: Unser Roadtrip durch Norwegen #1

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Lernt mit uns den Herbst kennen! Denn wer im Spätsommer nach Norwegen reist, erlebt eine Jahreszeit, die es bei uns in Deutschland fast gar nicht mehr gibt. Hier ist der Herbst so, wie wir ihn nur noch aus Bilderbüchern kennen: mal warm, mal kalt, mal trocken, mal nass, mal hell, mal dunkel. Er ist schummrig und grau – und zugleich erstrahlt er in den buntesten Farben, die ich je gesehen habe. 

 

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Norwegen im Herbst: Noch ist alles grün. Das wird sich ändern.

 

Ich bin David. Fotograf, Abenteurer, Weltentdecker. Und ich bin schwer verliebt. Nicht nur in meine wundervolle Freundin Tara, die mich auf all meinen Reisen begleitet. Seit ein paar Wochen bin ich auch schwer verliebt in ein Land, dessen rauer Charme mich schon immer fasziniert hat – und das mich mit seinen unglaublich schönen Landschaften sofort um den Finger gewickelt hat: Norwegen!

Apropos Charme: Für unseren Roadtrip zum Polarkreis hat uns WEINSBERG ein großes Reisemobil zur Verfügung gestellt, mit genügend Platz für Equipment, Gepäck und Verpflegung für mehr als drei Wochen „on the Road“. Und auch, wenn es in meinem Reisebericht eigentlich gar nicht um Wohnmobile geht: manchmal hat mich unser CaraLoft so fasziniert, dass er doch erwähnt werden muss. Jedenfalls – und bevor ich es vergesse – ein herzliches „Dankeschön“ an WEINSBERG für den tollen Support!

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Unser treuer Begleiter auf über 5.000 Kilometern: der WEINSBERG CaraLoft

 

Aber nun zurück nach Norwegen. Oder, besser gesagt, erst mal zurück ins beschauliche Bensheim, das irgendwo zwischen Frankfurt und Mannheim liegt, rund 3.000 km von unserem Ziel entfernt: den Lofoten! Dort beginnt unsere Reise in den hohen Norden, zwanzig Tage werden wir dafür unterwegs sein. Mystische Landstraßen erkunden, auf stahlgrauen Fähren von Fjord zu Fjord übersetzen, werden auf eisblauen Gletschern wandern und auf Felsen klettern, die so steil ins Meer abfallen, als hätte man tatsächlich das Ende der Welt erreicht. Starten werden wir unsere Reise aber ganz profan: Auf einer deutschen Autobahn, die uns quer durch die Republik in Richtung Ostseeküste führt.

Tag 1: Ready for Takeoff

Kilometer um Kilometer legen wir zurück und folgen dabei der Kompassnadel, die geradewegs nach Norden zeigt. Wenn alles gut geht, erreichen wir heute noch Fehmarn, die drittgrößte Insel Deutschlands. Auf Fehmarn startet unsere Fähre ins Abenteuer, oder – etwas konkreter – nach Oslo.

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Entspannt am Steuer: Je weiter wir nach Norden kommen, desto sehenswerter wird die Route.

 

Bis es soweit ist, müssen wir aber noch kräftig aufs Gas drücken. Vor uns liegen einige brenzlige Staustellen, die wir gerne noch vor dem Feierabendverkehr hinter uns wüssten. Und während unser Dieselmotor, gebändigt vom Tempomat, ruhig vor sich hin brummend seine Drehzahl hält (ein Geräusch, das uns die nächsten zwanzig Tage richtig ans Herz wachsen wird), ziehen grüne Wiesen und Wälder an uns vorbei, die erst ganz allmählich anfangen, den Sommer hinter sich zu lassen.

Tag 2: Goodbye Germany

Erste Nacht im CaraLoft: Check! Auch wenn uns das Smartphone etwas unsanft aus dem Schlaf klingelt, starten wir bestens erholt in einen langen Reisetag. Für jemanden, der sonst viel mit Zelt und Isomatte unterwegs ist, sind die Betten im Wohnmobil ein echter Luxus. Genau so, wie ein echtes Bad. Also schnell unter die Dusche, Zähneputzen und schon kann’s losgehen: Wir schiffen auf der ersten Fähre ein, die uns nach Dänemark übersetzt. Ein paar Seemeilen näher an unser Ziel!

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Eingeparkt: Wir waren nicht die einzigen, die Norwegen mit dem Reisemobil erkunden wollten.

 

Von dort geht es über Autobahnen und gigantische Brücken weiter nach Malmö und Kopenhagen, wo wir uns eine kleine Pause gönnen. Denn die große Überfahrt steht uns erst heute Abend bevor: um 17 Uhr legt in Kopenhagen die nächste Fähre ab, die uns über Nacht nach Oslo bringen wird.
Ob wir gegen Seekrankheit immun sein werden? Abwarten. Sicherheitshalber haben wir in einem freien Schränkchen im CaraLoft eine kleine Hausapotheke angelegt – Mittel gegen Übelkeit inklusive. Soll ja keiner sagen, wir wären unvorbereitet.
Damit gehen wir guten Gewissens an Board. Unser CaraLoft parkt im Bauch der großen Fähre und wir bekommen eine kleine Kabine unter Deck. Auch wenn sie ganz gut ausgestattet ist, vermissen wir die Bequemlichkeiten unsere Reisemobils. Und den Ausblick – den wir erst morgen früh wieder genießen werden, nach einer Nacht, die reiseartenbedingt später beginnt und früher endet, als uns liebt ist.

Tag 3: Good Morning Norway

Meer soweit das Auge reicht – oder jedenfalls fast. Denn während wir am verschlafenen Frühstückstisch den leckeren Bordkaffee schlürfen, entdecken wir in der Ferne die ersten Anzeichen von Land. Norwegen! Oslo! Wir haben es fast geschafft.

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Land in Sicht: Die zerklüftete Fjordlandschaft Norwegens beeindruckt auch vom Wasser aus.

 

Zwei Stunden später rollen wir von Bord. Kurz überlegen wir noch, uns ins Stadtleben zu mischen. Aber nach zwei Tagen, in denen wir uns nur darauf gefreut haben, endlich raus zu kommen und die faszinierende Landschaft in uns einzusaugen, ist uns gar nicht nach Beton und engen Straßen. Wir wollen die Blicke schweifen lassen – und geben endlich wieder Gas. Unser Etappenziel für heute (das wir ganz gehörig verfehlen werden …) heißt Stavanger, die berühmte Vikingerstadt im Westen Norwegens.

Kaum kommen wir aus Oslo heraus, zeigt sich Norwegen von seiner romantischsten Seite – und empfängt uns mit einem wunderschönen Regenbogen. Wenn das kein gelungener Auftakt ist!

Bunter Empfang: Ein Regenbogen begleitet uns auf den ersten Kilometern nach unserer Ankunft.

 

Unsere Fahrt Richtung Westen ist geprägt von zahlreichen Pausen und Zwischenstopps. Eigentlich ist von „Fahrt“ gar nicht zu sprechen – wir „kriechen“ eher vorwärts. Das liegt aber nicht etwa am CaraLoft: Alle paar Minuten entdecken unsere Augen Highlights in der Landschaft, die das Fotografenherz höher schlagen lassen – und uns zum Aussteigen zwingen. Kristallklare Gletscherseen spannen sich spiegelglatt über grüne Täler, während im Hintergrund die Berge so weit in den Himmel ragen, wie das Auge reicht. Aber nur wenig später versinkt die Welt um uns in dichtem Nebel. Schon auf den ersten hundert Kilometern über die Hochebenen um Oslo entfaltet das Land seinen ganz eigenen, rauen Charme, enorm wechselhaftes Wetter inklusive.

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Kurzer Zwischenstopp: Auf den ersten hundert Kilometern hat sich das Wetter beinahe minütlich verändert.

 

Kein Wunder, dass wir unserem Zeitplan mittlerweile ganz schön hinterherhinken. Von Stavanger sind wir immer noch knapp 300 Kilometer entfernt – und langsam wird es schon dunkel. Die kurze Nacht auf der Fähre tut ein übriges: Stavanger muss bis morgen auf uns warten. Zum Glück findet unser Navi einen günstigen Campingplatz ganz in der Nähe. So lässt uns unser erster Tag in Norwegen mit viel Vorfreude in die Betten fallen. Morgen Stavanger. Morgen Fjorde. Morgen mehr vom Meer.

Tag 4: From Down‐Town to Mountain‐Top

Eigene Betten im Urlaub sind toll! Auch, wenn es erst unsere zweite Nacht im CaraLoft ist, haben wir uns schon richtig gut eingelebt. Alles ist gefühlt an seinem Platz, von den Ablagen im Bad bis zu den Fächern für Unterwäsche. So macht Munterwerden auch im Urlaub richtig Laune!
Ein kurzes Frühstück – und schon sitzen wir wieder am Steuer. Es ist noch früh am Morgen und wir haben es ein bisschen eilig. Stavanger wartet ja schon seit gestern auf uns. Also: Let’s ride!

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Freie Fahrt, bedeckter Himmel: Auf den schmalen Landstraßen lässt sich Norwegen besonders authentisch erleben.

 

Drei Stunden später machen wir den Motor wieder aus. Vor uns liegt eine Stadt, die viele vor allem aus zwei Gründen kennen: Die Region um Stavanger war eine Hochburg der Vikinger. Von hier aus haben sie fast die ganze Welt bereist. Aber auch heute ist Stavanger international noch bestens vernetzt. Die Stadt ist (Achtung, zweiter Grund) das „Ölzentrum“ Norwegens. Dass man vom schwarzen Gold auch in den nördlichen Regionen Europas gut profitiert, sieht man der Stadt an. Die kleinen, verschachtelten Gässchen schlängeln sich durch die opulente, historische Innenstadt, die den charakteristischen Architekturstil Skandinaviens mit geprägt hat. Helles Kopfsteinpflaster, weißgetünchte Häuserfronten und blitzsaubere Straßen machen Stavanger zu einem strahlenden Hingucker – vor allem an einem grauen Septembermorgen wie dem heutigen.

Klein, aber fein: Die Universitäts-, Öl- und Wikingerstadt Stavanger sollte auf keiner Norwegen-Reise fehlen.

 

Groß ist Stavanger aber nicht. Und so können wir schon am frühen Nachmittag zu einem der ersten echten Highlights unserer Reise aufbrechen. Knapp zwei Stunden östlich von Stavanger liegt der Preikestolen, ein Felsplateu, das jährlich tausende Touristen anlockt. Mehrere hundert Meter ragt der Berg senkrecht in die Höhe – und offenbart von oben einen schwindelerregenden Blick auf den darunter liegenden Lysefjord.

Um dem Hauptstrom der Touristen ein bisschen auszuweichen, haben wir uns für heute etwas Besonderes vorgenommen: ausgerüstet mit Zelt und Schlafsack werden wir unserem CaraLoft für eine Nacht den sprichwörtlichen Rücken zukehren und direkt auf dem Preikestolen übernachten. Das Wetter ist dafür nahezu perfekt, jedenfalls für norwegische Verhältnisse.

Steinig: Die Wanderung auf den Preikestolen war nicht gerade einfach, aber jedem schweren Schritt wert!

 

Als wir das Felsplateu nach einer kurzen Wanderung erreichen, sind nur noch ein paar Leute da. Unser Plan scheint also aufzugehen. Mit wenigen Handgriffen stellen wir unser Zelt auf und schaffen es gerade noch rechtzeitig, unser Fotoequipment für den Sonnenuntergang herzurichten. Die Aussicht, das Licht und der unglaublich steile Abhang hinter der schroffen Felskante sorgen für eine atemberaubende Stimmung. Tief unter uns liegt der Lysefjord, auf dem winzige Schiffe und Fähren wie magische Modellspielzeuge ihre Bahnen ziehen. Und über uns: der blaue Himmel, an dem der Wind die wenigen Wolken unruhig vor sich hertreibt. Wir saugen die kühle Luft in uns ein, betrachten Arm in Arm den schimmernden Horizont und schießen noch schnell ein paar Fotos, bevor wir uns in die Schlafsäcke kuscheln und die Nacht erwarten. Selten habe ich mich in meinem Leben so frei gefühlt – als müsste ich nur die Arme ausbreiten, um davonzufliegen. Zu wissen, dass es nur wenige Schritte weiter vorne eine fast endlose Tiefe hinabgeht, ist beängstigend und wunderschön zugleich. Ich kuschele mich näher an meine Freundin und schließe langsam die Augen. So schön wie heute darf es die nächsten zwei Wochen gerne weitergehen.

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Einzigartig: Der Blick in die Tiefe ist atemberaubend – vorausgesetzt, man traut sich so nah an die Felskante.

 

Tag 5: On the Road again

Purpurrot spiegeln sich die Wolken im glatten Lysefjord, während uns die ersten Sonnenstrahlen in die noch etwas müden Augen schimmern. Der Preikestolen weckt uns mit einem beeindruckenden Sonnenaufgang. Noch immer sind wir ganz allein hier oben, haben wir den „Predigerstuhl“ ganz für uns – und genießen das sensationelle Gefühl, über dem Abhang zu schweben. Nur noch ein paar Fotos, nur noch ein paar Schluck Kaffee aus dem Campingkocher, dann geht es wieder zurück nach unten, wo unser CaraLoft schon sehnsüchtig auf uns wartet.

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Sensationell: Der Sonnenaufgang auf dem menschenleeren Felsplateau war eine unglaubliche Erfahrung.

 

Mit ihm haben wir heute wieder unzählige Kilometer auf Norwegens Landstraßen vor uns. So oft es geht vermeiden wir die Autobahn, um möglichst viel von der abwechslungsreichen Landschaft zu erleben. Unterwegs begegnen uns immer wieder tosende Wasserfälle. Wie der Vøringsfossen, der seine gewaltigen Wassermassen lautstark in die Tiefe stürzen lässt. Dazwischen liegen kristallklare Fjorde, in deren ruhigem Wasser sich der Himmel spiegelt und Hochebenen, die binnen Minuten ganze Jahreszeiten an einem vorbeiziehen lassen.

Gewaltiges Getöse: Der Vøringsfossen, einer der bekanntesten und größten Wasserfälle Norwegens.

 

Es dauert nicht lange, und wir fühlen uns wie auf einem fremden Planeten, über den wir in unserem weißen Raumschiff auf vier Rädern gleiten. Alle paar Kilometer halten wir an, schießen Fotos oder saugen einfach nur die einzigartige Atmosphäre in uns ein. So vergeht die Zeit wie im Flug und wir merken gar nicht, dass es schon wieder früher Nachmittag ist. Jetzt heißt es Gas geben, denn wir haben heute Abend noch etwas vor. Mit maximal 80 km/h „preschen“ wir über die schmalen Straßen, die oft so verwinkelt sind, dass trotz leichter Eile jede Menge Zeit zum Gucken bleibt. Gut so!

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Schmale Brücken, grandiose Landschaft: Auch nach tausend Kilometern überrascht uns Norwegen mit seiner Vielfalt.

 

Stunden später sind wir am Ziel: einem kleinen Fährhafen, von dem aus wir auf die andere Seite des gigantischen Sognefjordes verschifft werden. Was uns dort erwartet, wissen wir noch gar nicht so genau. Auf unseren Karten sind Gletscher eingezeichnet und ein großer Nationalpark. Und der Trollstigen. Ein Bergpass, der aussieht, als hätten ihn Tim Burton und Peter Jackson gemeinsam entworfen. Wir blicken über die Reling, wischen uns die feuchte Gischt aus dem Gesicht und sind gespannt auf die Welten, die wir in den nächsten Tagen noch erkunden dürfen.

Tag 6: Ice, ice, Baby!

Gigantische Eismassen, die einst halb Europa bedeckt haben: blau schimmert mir der Jostedalsbreen entgegen, eine Gletscherzunge, die wir zu Fuß recht leicht erreichen konnten. Aber selbst hier, am Rand des riesigen Gletschers, komme ich mir klein vor. Gut zehn Meter ragt die schroffe Eiswand vor mir in die Höhe. Jahrtausende alter, gepresster und gefrorener Schnee, ein stummer Zeuge der Zeit, der mit unwahrscheinlicher Kraft und Masse die Landschaft Norwegens geformt hat.

Blaue Wand: Über zehn Meter hoch türmen sich die gigantischen Schnee- und Eismassen, die ganze Felsen unter sich zermalmen.

 

Zu gerne würde ich jetzt rauf klettern, auf die Eiswand und den Jostedalsbreen zu Fuß erkunden. Aber leider fehlt es uns an Ausrüstung – und es ist wahnsinnig gefährlich: Weil der Klimawandel längst auch schon in Norwegen angekommen ist, verliert der Gletscher Tag für Tag Masse. Das Eis schmilzt, es entstehen gewaltige Sprünge und tiefe Spalten im inneren, die man von oben gar nicht sieht.

Unvorstellbare Kräfte: Die gigantischen Gletschermassen bahnen sich seit Jahrtausenden ihren Weg durch die Berge ins Tal.

 

Aber ich will die ganzen Ausmaße des Gletschers erkennen, will einen Blick über die Wand werfen und starte dazu meine Drohne. Von weit oben gelingt mir eine Aufnahme, die zeigt, wie sich der Gletscher um den felsigen Berg windet. Die Stelle, an der ich stehe, ist dabei kaum mehr zu erkennen. Und selbst wenn, ich wäre nur ein winziger schwarzer Pinselstrich in diesem grau‐blauen Gemälde, das irgendwann ganz verblassen wird.

Tief beeindruckt (und ein kleines bisschen nachdenklich) kehren wir zum CaraLoft zurück. Wir sind immer noch auf dem Weg in Richtung Norden und kommen dem Polarkreis Kilometer um Kilometer näher. Die Temperaturen sinken, die Sonnenstrahlen werden weniger, aber die Landschaft wird immer interessanter.

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Stürmische Weiten: Das raue Klima sorgt für atemberaubende Felslandschaften im Nationalpark Jotunheimen.

 

Vor uns liegt die Passstraße durch den Jotunheimen Nationalpark. Manchmal kaum so breit wie unser CaraLoft, windet sie sich vorbei an Hügeln und Seen, kreuzt Weideplätze für Schafherden und bahnt sich ihren Weg in den wolkenverhangenen Horizont. Karg ist die Landschaft hier. Und so öde, dass es schon wieder wunderschön ist. Moosbewachsene Felsen und braunes Gras, das sich nach Sonne sehnt. Man hat das Gefühl, der Nebel und die Wolken sind hier nicht einfach „nur“ Wetter. Sie sind Teil dieser Landschaft und damit Teil einer Reise, die wir uns nicht schöner hätten wünschen können.

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Mondlandschaft: Geprägt von Jahrtausenden unter einer kilometerdicken Eisdecke wirkt die Umgebung wie von einem anderen Stern.

 

Hinter den Weiten des Nationalparks verändert sich die Vegetation so plötzlich, als hätte man einen anderen Planeten betreten: Hier verbirgt sich der bekannte Geirangerfjord, der es dank seiner üppigen und abwechslungsreichen Landschaft zu großer Bekanntheit gebracht hat. Hunderte Meter hohe Klippen stürzen dort senkrecht in ein grünes Tal, das ein kleiner Gebirgsbach in den harten Stein gegraben hat. Die Aussicht auf den dahinter liegenden Fjord ist atemberaubend. Ein Glück, dass wir genau dort hin müssen. Denn wieder wird uns eine Fähre über die Meereszunge tragen, damit wir morgen auf der anderen Uferseite den weltbekannten Trollstigen erkunden können.

Logenplätze: Wer mutig ist, hat auf dem Felsvorsprung einen atemberaubenden Blick auf den Geirangerfjord.

 

Tag 7: A Road to Nowhere

Erinnert Ihr euch noch an „Der Herr der Ringe“? Dann dürfte unsere heutige Etappe genau das Richtige für Euch sein: Nachdem wir mit der Fähre sanft über den Geirangerfjord übergesetzt haben, steuern wir direkt auf den Trollstigen zu. Eine Passstraße, die sich anfühlt, als hätte man das idyllische Auenland direkt mit dem furchteinflößenden Mordor verbunden. Sogar das Wetter spielt bei meinem Vergleich mit. Denn während uns am Fuß der Berge noch ein paar Sonnenstrahlen begleiten, schlägt das Wetter mit jedem Höhenmeter mehr und mehr ins Trübe um.

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Am Fuß des Berges: Über dieses Massiv führt der einzigartige Trollstigen auf einer waghalsigen Passstraße.

 

So wird der Trollstigen doppelt interessant: Nicht nur, dass die Passstraße ein virtuos in Stein gemeißeltes Kunstwerk ist, das sich furchtlos entlang steiler Felshänge hinauf (und später wieder hinab) schlängelt. Nein, auch Nebel und leichter Regen sorgen dafür, dass wir uns fühlen, wie auf einer Reise ins Nirgendwo. Oder zum Schicksalsberg, für alle Freunde Tolkiens.

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Mystische Stimmung: Im Schatten der hohen Berge sorgen die dicken Wolken für Dämmerlicht am Nachmittag.

 

Wie ausgestorben liegt die Passstraße vor uns. Abweisend. Schroff. Grau. Hier sollen die sagenhaften Trolle ihr Unwesen treiben und die „Trollleiter“ gebaut haben, wie der Trollstigen übersetzt heißt. Zum Glück ist unser CaraLoft mit jeder Menge Sicherheitstechnik ausgestattet. So müssen wir uns weder vor gemeinen Trollen, noch vor den engen Kurven fürchten. Im Gegenteil: wir genießen die Fahrt über die schmale Felsstraße. Abwechselnd setzen wir uns hinters Steuer, damit jeder auch mal entspannen und den Blick in das langgezogene Tal und die vorbeiziehenden Wasserfälle schweifen lassen kann.

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Blick ins Tal: Wie eine überdimensionale Raupe schlängelt sich der Trollstigen an den Felsen hinab.

 

Alleine hier ließen sich Wochen mit Erlebnissen und Eindrücken füllen. Uns zieht es aber weiter. Am Ende der Passstraßen wartet wieder Zivilisation auf uns, neue Landschaften, neue Welten. Und ein Meilenstein, den wir schon immer erreichen wollten. Davon mehr beim nächsten Mal. Wir freuen uns!

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Beste Aussichten: Unsere Reise durch das Land der Trolle geht weiter.

 

(Alle Bilder © David Herzig. Mehr Bilder von David findet Ihr auf Instagram)

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