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Mit Camper „Carlo‟ durch Europa: Die Pushbikers und ihr CaraLoft
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Mit Camper „Carlo‟ durch Europa: Die Pushbikers und ihr CaraLoft

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Ein Erlebnisbericht des Radrennteams Maloja Pushbikers: Straßen führen uns nicht nur von A nach B. Sie sind gleichermaßen Arbeitsstätte und Abenteuerspielplatz für uns.

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Als Radrennfahrer trainiert jeder von uns über’s Jahr verteilt rund 20.000 – 30.000km auf Asphalt. Dazu kommen tausende Wettkampfkilometer und unzählige Runden auf den Radrennbahnen dieser Welt. Straßen vermitteln uns ein Gefühl der Freiheit und mit vielen Abschnitten haben wir sogar ganz persönliche Verbindungen aufgebaut. Mit ihnen verknüpft sind Erinnerungen, Emotionen, Hoffnungen.

Wer die Fortbewegung über Land jeden Tag so intensiv wahrnimmt, der stellt auch besondere Ansprüche ans Reisen. Komfort, Flexibilität und Verlässlichkeit sind dabei ganz entscheidende Aspekte, denn zwischen Renneinsätzen, Trainingsblöcken und offiziellen Terminen bleibt oft keine Zeit, sich zu Hause zu entspannen und sich neu zu sortieren. Umso hilfreicher ist es, wenn man sein rollendes Teamquartier – in unserem Fall ein CaraLoft 700 MEH – dabei hat. Fast 200 bequeme Übernachtungen hat uns Carlo, wie wir unser mobiles Wohn‐ und Schlafzimmer zwischenzeitlich liebevoll getauft haben, in der Saison 2016/17 beschert.

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Den Auftakt unserer gemeinsamen Touren mit Carlo machten einige eng getaktete Kriteriumswochen im Sommer 2016 in Deutschland, bei denen wir uns die nötige Spritzigkeit für die nationalen Bahnmeisterschaften im Juli holen konnten. Erweitert um ein zweites Fahrzeug, machten wir das Velodrom in Cottbus dann zu unserer „Homezone‟, in der wir zwischen den Rennen schlafen, essen und uns auf der Rolle warm fahren konnten. Ein echtes Privileg und vielleicht sogar ein kleiner Wettbewerbsvorteil. Schnell wurde diese „Wagenburg‟ ein beliebter Treffpunkt für andere Athleten, Journalisten, Fotografen und Veranstalter.

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Nach der Fachmesse Eurobike in Friedrichshafen im August führte eine Schlechtwetterperiode im September dann Teile des Teams kurzerhand in ein spontanes Trainingslager an den Gardasee. Und wieder einmal waren wir froh, so flexibel unterwegs sein zu können. Gleiches galt auch beim Finalrennen der internationalen Red Hook Crit Series in Mailand im Oktober. Hier avancierte Carlo erneut zum gemütlichen „go‐to‐spot‟ für die Fahrer aus aller Welt. Entscheidende Gründe dafür: Stets frisch zubereiteter Dinzler Kaffee (im Laufe der Saison brachten wir rund 8kg durch die Maschine) und die superpraktische Aussenbeleuchtung, die letzte Justierungen an den Rennmaschinen vor dem Nachtevent erleichterte.

Ohne große Pause nach dem Italien‐Trip, verhalfen die Bahnrennen der Revolution Series in Manchester und das Sechstagerennen in London Carlo zu seiner ersten Fährfahrt über den Ärmelkanal. In Dover angekommen, lockte der Weg gen Norden mit beeindruckender Landschaft entlang der Coast Line, einigen wunderbaren Trainingseinheiten und schließlich wieder knallhartem Wettkampfgeschehen.
Bei den Sechstagerennen haben Reisemobile Tradition – speziell bei den Soigneurs, Pflegern und Mechanikern. Diese fahren traditionell von Rennen zu Rennen und transportieren dabei ihr eigenes Material sowie die Räder der Fahrer. Von Mittag bis spät in die Nacht sind sie auf der Rennbahn bzw. in den Katakomben der Hallen im Einsatz und kümmern sich um das Wohl der Fahrer. Nach getaner Arbeit kehren sie dann zum Schlafen zurück zu ihren Reisemobilen, die unmittelbar an den Hallen stehen. Einfach ein Stück „Zuhause‟, auf das man unterwegs zählen kann.

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Über Weihnachten und den Jahreswechsel stand für uns ein intensiver Trainingsblock mit einigen Renneinsätzen in Australien auf dem Programm. Für Carlo leider zu weit, doch er wartete geduldig im Team Headquarter im winterlichen Bayern auf die anstehenden Abenteuer, die uns im Januar zwei großartige Siege bei den Sixdays in Rotterdam und Bremen einbrachten.
Auf unserer insgesamt rund 20.000 Kilometer langen Partnerschaft mit Carlo haben wir übrigens 184 Personen befördert, 2.200 Liter Wasser verbraucht (eine eigene Dusche nach den Rennen ist gold wert), 23 Gasflaschen geleert und eine nicht mehr nachvollziehbare Menge an energiespendender Pasta zubereitet.
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Beim viertägigen Team Kick‐off Meeting in Südtirol im April hieß es dann Abschied nehmen von unserem treuen und liebgewonnen Begleiter. Wir haben die Vorzüge des ungebundenen Reisens vollends zu schätzen gelernt und freuen uns sehr, in der kommenden Saison mit „Carlo II‟ wieder viele besondere Momente erleben zu dürfen. Der erste Schritt dahin, die Übergabe unseres CaraLofts für die neue Saison, ist ja bereits getan. Und „Carlo II“ sieht in den neuen Teamfarben wieder richtig schick aus. Aber macht euch doch am besten selbst ein Bild – entweder in diesem Video, oder wie treffen uns irgendwo unterwegs, auf Straßen, die uns allen mehr bedeuten, als nur der Weg von A nach B…